Regionaldialog „Pflege stärken“ - Erster Pflegetisch in Löhnberg

Das Bundesministerium für Gesundheit fördert bis zum Frühjahr 2018 eine Reihe von Pflegetischen zur Stärkung der regionalen Vernetzung im Pflegebereich. Auf Bundes- und Landesebene werden die Rahmenbedingungen gestaltet, aber die Pflege findet in den Kommune und im Landkreis statt.

In Löhnberg fand am 28. Februar 2018 das erste Treffen des Pflegetisches mit Akteuren aus dem breiten Umfeld der Pflege statt. Ana Isabel Eichel (IFOK GmbH) moderierte, im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit, die Veranstaltung.

Anwesend waren Bürgermeister Dr. Frank Schmidt, Thomas Zipp (Leiter des MGH´s), Eva-Maria Endruweit (Initiatorin und Mitbegründerin der „Laneburger Allianz für Menschen mit Demenz“), Franziska Schütz-Diehl („Laneburger Allianz für Menschen mit Demenz“), Kerstin Jackson (Musikschule Powwow und „Laneburger Allianz für Menschen mit Demenz“), Detlef Meuser (Geschäftsführer DRK Oberlahn), Dr. Antje Rübsam (Zahnärztin), Maja Höhler (Zahnärztin), Nina Höhler (Hausärztin), Daniela Ott (Leiterin des Seniorenheims Fellersborn), Ilona Frensch und Tochter (Pflegedienst Frensch aus Obershausen), Angela Leuninger (Diakoniestation Weilburg), Ulrich Becker (Kreissozialamt Limburg – Geschäftsführer des Seniorenbeirates) und Conny Tritschler (Pflegestützpunkt Limburg).

Bürgermeister Dr. Frank Schmidt und die Initiatorin des Pflegetisches, Eva-Maria Endruweit, begrüßten die Teilnehmer und dankten für deren Kommen. Beide betonten, dass die Gemeinde Löhnberg in vielen Bereichen schon sehr gut aufgestellt sei. Die Ausstattung der 4.500-Einwohner zählenden Gemeinde umfasse derzeit drei Hausärzte, zwei Zahnärzte, ein Pflegeheim, eine Demenzstation und drei ambulante Pflegedienste in unmittelbarer Nähe. Das sei mehr als in vielen anderen Gemeinden. Dieses Jahr beginne noch der Bau einer Tagespflegeeinrichtung und einer Anlage für altersgerechtes Wohnen. Und dennoch gäbe es Herausforderungen, die nur gemeinsam bewältigt werden können, weshalb eine stärkere Vernetzung vor Ort nötig sei.

Die Teilnehmenden sahen die größte Herausforderung darin, die Bevölkerung noch mehr für das Thema Pflege zu sensibilisieren. Viele Probleme ließen sich leichter lösen, wenn Betroffene und Angehörige schon früher den Kontakt zu Beratungsstellen suchen würden. Auch die Gemeinde wird nach Möglichkeiten suchen, die Informationen frühzeitig an die Zielgruppen heranzutragen. Besondere Bedeutung messen die Anwesenden auch dem Thema Prävention zu. Besonders bei Menschen mit Demenz sei Prävention, zum Beispiel in der Zahnpflege, wichtig, um frühzeitig die Behandlungen einleiten zu können.

Dass die Kontakte in der Gemeinde über den Pflegebereich hinaus schon recht gut sind, zeigte die engagierte Teilnahme von mehreren Ärztinnen am Pflegetisch. Der strukturierte Austausch soll aber, auf allgemeinen Wunsch, noch verbessert werden. Alle Beteiligten beschlossen, gemeinsam weiter zusammenzuarbeiten.

 

Erarbeitete Ergebnisse und bevorstehende Aufgaben:

Erstellung eines Infoblattes (mit Anlaufstellen, wichtigen Telefonnummern etc.), welches in den ortsansässigen Arztpraxen ausgelegt werden kann. Daran wird, in Zusammenarbeit mit den verschiedenen Fachbereichen, gearbeitet. Die Gemeinde übernimmt die Gestaltung und den Druck.

Zum Thema Mobilität informierte der Bürgermeister, dass bereits jetzt Fahrten zum Hausarzt, zur Krankengymnastik oder zum Einkaufen über den Gemeindebus organisiert werden können. Dieses Angebot wird noch einmal explizit publik gemacht.

Einbindung des Ehrenamts wird geprüft, wobei das nicht einfach ist, da es sich um ein sehr sensibles Thema handelt.

Bessere Vernetzung und Austausch der verschiedenen Ansprechpartner aus den Fachbereichen

Ein weiteres Treffen ist noch für dieses Jahr geplant - dazu wird die Gemeinde einladen.

Wir möchten uns noch einmal recht herzlich für die rege Teilnahme und das Engagement bedanken und freuen uns, auf eine effektive Zusammenarbeit im Sinne der Betroffenen und deren Angehörigen.